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THE JOY FORMIDABLE

Einen großen Eindruck haben The Joy Formidable mit ihrem Zweitwerk “Wolf´s Law“ hinterlassen. Epik und Dynamik, großer Rock und große Gefühle zeichnen das vielschichtige Werk der Waliser aus. Wir hatten die Gelegenheit mit Frontfrau Ritzy Bryan ein paar Worte zu wechseln….

„Wolf´s Law“ ist jetzt seit ein paar Wochen draußen. Seid ihr mit den Reaktionen von Fans und Kritikern zufrieden?

Ritzy Bryan: Wir sind sehr stolz auf das Album und die Tour lief wunderbar. Wir haben eine ganz spezielle Fanbase, die uns und die Musik, die wir machen antreibt.

Ihr habt das Album in den Wäldern von Maine aufgenommen, Was habt ihr euch von den Aufnahmen in solch einer Umgebung versprochen und lief es dann wie erwartet?

Ritzy: Zunächst einmal war es genau die richtige Umgebung und Stimmung nach einer stressigen Tour. Alles sehr ruhig und weg vom alltäglichen Chaos. Wir konnten gar nicht schnell genug schreiben, da gab es eine Menge Energie und wir waren alle sehr konzentriert bei der Sache.

Das ist jetzt euer zweites Album. Wo liegen die Unterschiede zum ersten? Gab es da eine neue Herangehensweise, was das Songwriting betrifft?

Ritzy: Da ist mehr Breite auf dem neuen Album, mehr Weite, es ist auch eher vertrackt. Songs wie „The Turnaround“ verweben zahlreiche Streicher und Chor- Passagen ineinander. Da gibt es sowohl eine Harfe, ein Piano, als auch die klassischen Elemente, wie Gitarre, Bass und Schlagzeug, denen eine neue akustische Palette zukommt.

Nach meinem Empfinden ist “Wolf´s Law“ eine ziemlich gelungene Mischung aus eher aufbauenden Quasi-Hymnen und einer großen Reflektiertheit, nicht nur zwischen den Zeilen. Welche Stimmungen wolltet ihr mit dem Album erzeugen und inwieweit seit ihr glücklich mit dem Ergebnis?

Ritzy: Solche Dinge kann man nicht erzwingen oder steuern. Wir können nur die Stimmung einfangen, in der sich die Band gerade befindet und selbst das ist unglaublich dynamisch und vielschichtig. Das ist dann gleichzeitig ergreifend, gefühlvoll, frustrierend, begeisternd und immer besinnlich.

Im Allgemeinen, wie sieht die Chemie von The Joy Formidable aus? Wer kommt mit den Ideen an, wer beruhigt die ganze Sache, all solche Dinge…?

Ritzy: Es gibt in uns allen eine gute Mischung aus Verrücktheit, Idealismus, Nachdenklichkeit und Zynismus. Das funktioniert dann, weil wir uns umeinander kümmern und das lieben, was wir tun. Wir lieben zwar nicht immer das Geschäft, die Musik dafür umso mehr.

Zu „This Ladder Is Ours“ habt ihr ein wirklich kraftvolles Video gemacht. Sind Videodrehs eine spaßige Angelegenheit für die Band oder ist es einfach Arbeit, die getan werden muss?

Ritzy: Da ist immer Potential, dass es Spaß wird. In diesem Fall haben wir mit einem großartigen Regisseur zusammengearbeitet, Greg Jardin, und es wurde ein reger Gedankenaustausch, etwas, auf das man immer hofft. Videos drehen ist für uns definitiv nichts, was einfach erledigt werden muss, wir achten sehr auf die visuelle Komponente unserer Band, ob das jetzt das Artwork des Albums ist oder Videos. Auf diese Weise bekommt die Musik noch eine weitere Ebene hinzugefügt.

Auf welche Weise wart ihr in den Entstehungsprozess des Videos involviert, waren das eure Ideen oder die von jemand anderem?

Ritzy: Bis zum jetzigen Video waren wir immer involviert in den Entstehungsprozess. Wir liebten Gregs Herangehensweise, es war einfach, fing aber umso besser die Bedeutung des Songs ein. Wir haben ihm vertraut, dass er daraus etwas Schönes macht.

„Cholla“ ist einer der kraftvollsten Songs auf dem Album, hat aber auch etwas Geheimnisvolles in sich. Worum geht es in diesem Song?

Ritzy: Das ist ein ergreifender Song über eine Mutter-Tochterbeziehung. Es geht um bedingungslose Liebe und wie man versucht zusammen eine schwere Zeit durchzustehen. Der Cholla (ein Kaktus) ist ein Bild für etwas, das Leben spendet, dich aber auch fort stoßen kann.

Viele Leute sagen, der Sound von The Joy Formidable ist zu groß für kleine Clubs. Seht ihr euch als potentielle Stadionband oder fühlt es sich richtig für euch an, in kleineren Clubs zu spielen?

Ritzy: Wir spielen überall gerne, da ist Abwechslung etwas Schönes. Wir zielen nicht darauf ab, eine Stadionband zu sein, uns geht es einzig darum bedeutungsvolle Musik zu machen, hinter der wir stehen können.

Wo siehst du eigentlich deine Band in der Musiklandschaft? Welche Position nimmt The Joy Formidable ein und wie soll deine Band betrachtet werden?

Ritzy: Wir fühlen uns stark als eine Einheit, wir hatten immer das Gefühl und haben es immer noch, dass alles mit dieser Band möglich ist. Wir hatten schon immer Scheuklappen an, was die musikalische Landschaft betrifft, wir haben nie versucht, da irgendwo reinzupassen. Wir sind eigenständige Menschen, und haben fest in der Hand, was wir kreativ machen. Und das ist die einzige Position, in der wir jemals sein wollten.

Letzte Frage: Was werden The Joy Formidable in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren tun?

Ritzy: Erstmal beenden wir unsere Tour mit Bloc Party, die super gelaufen ist. Nächsten Monat geht es weiter mit unserer Tour im Uk, dann geht’s weiter in die Staaten und dann ist der Rest der Welt dran. Wir haben einige Kollaborationen am laufen, werden ein paar tolle Festivals spielen, und für den Record Store Day gibt es extra eine neue Veröffentlichung. Man muss unabhängige Music Stores einfach unterstützen.

Info: www.thejoyformidable.com

(Martin Makolies)