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MATULA: „Spielwiese für alles, was einen interessiert“

Matula Band 2014

Mit „Auf allen Festen“ erschien am 21.02.2014 das dritte Album der Norddeutschen via Zeitstrafe. Wir nutzten die Gelegenheit, um Bassist Stefan einige Fragen zu beantworten.

Glückwunsch zum neuen Album. Am Tag der Veröffentlicht habt ihr auf Twitter gepostet, dass ihr aufbrechen wird, um das Release zu begießen? Wie ausgiebig habt ihr gefeiert?

Stefan: Da wir gerade überall gleichzeitig zu tun haben, haben wir gezwungenermaßen getrennt gefeiert. Ich für meinen Teil war mit Kumpels in American Hustle und konnte auf Grund hoher Sekt-Mate-Zufuhr dem Film nach 15 Minuten nicht mehr folgen. Ein herrlicher Abend.

Mit „Auf allen Festen“ habt ihr euer drittes Album veröffentlicht. Mit welchen Gedanken seid ihr an die Arbeit gegangen?

Stefan: Da es unser drittes Album ist, wollten wir vor allem kucken, was man mal anders machen kann. Das Songwriting direkter gestalten, den Sound etwas dicker machen und wo es sich anbot, vom alten Weg ein bisschen ausbrechen. Wir wollten uns einfach nicht allzu sehr wiederholen, aber trotzdem immer noch Matula bleiben. Den Spagat haben wir ganz gut hingekriegt, finde ich.

Wofür steht „Auf allen Festen „?

Stefan: Es geht um diese ganze Hektik der heutigen Generation: Immer dabei sein müssen, ja nichts verpassen, immer bescheid wissen und zu allem was zu sagen haben, weil man Angst hat, abgehängt zu werden. Sich um seine Außendarstellung zu jeder Zeit sorgen. Die Fragen, die uns dabei umtreiben: Muss man das? Was ist daran so wichtig? Will man mit Leuten abhängen, die sowas voraussetzen? Wir meinen: Mit den richtigen Leuten um Dich herum nicht. Und das sollten sich viele mal fragen und kapieren.

Seid ihr zufrieden mit dem überwiegend guten Feedback, was ihr bislang bekommen habt?

Stefan: Wenn man so lange an einer Platte arbeitet, ist das ein schöner Lohn. Und ich habe das Gefühl, dass sie bei den „richtigen Leuten“ gut angekommen ist. Von daher bin ich total zufrieden.

Wenn man jedes Mal gute Kritiken kassiert, setzt man sich da nicht selbst unter Druck und sagt sich: Das wollen wir wieder erreichen?

Stefan: Davon sollte man nicht alles abhängig machen. Aber klar ist auch, dass man lieber viele Leute an Bord haben will, anstatt alle gegen dich zu haben. Nur kann man das nicht so recht beeinflussen, es sei denn, man spielt den Dienstleister. Wir vertrauen da mehr auf unser Gespür für Musik, die wir selber mögen, und bis jetzt war das auch immer richtig so. Deshalb legen wir den Druck  auf die Musik selber, als auf ihre eventuelle Außenwirkung.

Deutschsprachiger Schrammel-Punkrock steht heute allgemein hoch im Kurs. Worauf führt ihr das zurück?

Stefan: Es haben einfach viele Bands in den letzten Jahren viel richtig gemacht. Und ob das jetzt deutschsprachig ist oder nicht, finde ich egal. Ich würde die Bands auch gut finden, wenn die Flämisch singen, die Texte der Bands sind ja oft nicht so leicht zu dechiffrieren, da hilft auch nicht die Muttersprache. Das ganze Ding ist einfach eine Kombination aus ganz vielen Dingen, über die man ganze Abhandlungen schreiben könnte. Ich mach’s kurz: Es ist einfach gut.

Beeinflussen all diese Bands wie  Captain Planet, Love A oder Adolar  auch euren eigenen Sound noch? Schließlich hört man sich deren Material auch mal an. Spannend ist es sicherlich dabei die Kurve zu kriegen, das seine eigene Musik dabei noch eigenständig bleibt und klingt, oder?

Stefan: Wir haben uns früher öfter Gedanken gemacht, wie man sich von anderen Bands abheben könnte. Irgendwann stellt man dann aber fest: Zu viel darüber nachdenken ist ein Teufelskreis. Wir machen einfach und wenn der Song geil ist, ist der geil. Fertig. Über dieses Einfach-machen-Ding findet man einfach besser zu sich selber, als vorher Listen auf Flipcharts mit Do’s und Don’t’s zu schreiben.

Matula_Stefan

Wenn man sich die Liste euer bisher gespielten Konzerte anschaut, fällt auf, dass ihr eher eine „Wochenend“ – Liveband seid. Wie schwer ist es für euch, dass ihr dieses „Hobby“ aufrecht hält?

Stefan: Man muss einfach viel im Voraus planen. Mag lästig sein, aber wir wollen spielen und tun alles was wir können dafür. Das ist Teil des deals. Irgendwie kriegen wir das am Ende immer gewuppt, wir sind da willensstark genug.

Eine Band als „Hobby“ zu betreiben, hat es aus eurer Sicht Vorteile? Schließlich bietet der normale Arbeitsalltag sicherlich genügend Material für Songs, oder?

Stefan: Man braucht einfach diese Dualität. Ich will nicht in den Proberaum gehen und denken, dass das Arbeit ist. Ich will mich darauf freuen und will das als Spielwiese für alles, was einen interessiert, nutzen. Und wir können unmöglich über Backlineausladen, Tankstellen und fett Abrocken schreiben. Das interessiert nur rebellische  Sparkassenangestellte nach drei Bananenweizen.

Über 30 Jahren spielte Claus Theo Gärtner den Privatdetektiv Josef Matula in „Ein Fall für zwei“.  10Jahre habt ihr schon geschafft. Wie sieht’s aus?

Stefan: Erstmal viel spielen. Wenn wir dann noch leben, geht es weiter.

Ihr werdet jetzt auf Tour gehen. Was dürfen wir erwarten? 

Stefan: Ich hoffe eine gute Zeit!

MATULA Live 2014
28.02. Magdeburg, Café Central
01.03. Erfurt, Ilvers
02.03. Dresden, AZ Conni
03.03. Berlin, Ramones Museum
04.03. Nürnberg, Club Stereo
05.03. A-Wien, Bach
06.03. München, Sunny Red
07.03. Wiesbaden, Kulturpalast
08.03. Köln, Privat
14.03. Lübeck, Blauer Engel
15.03. Hamburg, Nachtasyl
04.04. Göttingen, Theaterkeller
05.04. Dortmund, Nordpol
17.04. Berlin, Cassiopeia
19.04. Trier, villaWuller
20.04. Saarbrücken, Kleiner Klub

Info: www.matulaband.de