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MARATHONMANN: „Da kommt noch einiges“

MARATHONMANN

Mit ihrem Debütalbum „Holzschwert“ wirbelten die Münchner Post-Punks von Marathonmann ordentlich Staub auf. Die Kritiker waren begeistert und der Fangemeinde wuchs dank etlicher Shows und Tourneen stetig. Mit „…und wir vergessen was vor uns liegt“ erschien dieser Tage das zweite Album der Jungs und präsentiert erstklassige Songs mit durchgehenden Wiedererkennungswert. Qualität, Fleiß und Ausdauer haben sich gelohnt und es ist nicht verwunderlich, dass ihrer Arbeit mit Platz 46 der deutschen Media Control Albumcharts honoriert wurde. Wir mailten mit Sänger Michi Lettner.

Erst einmal Glückwunsch zum Album. Es scheint, als ob „…und wir vergessen was vor uns liegt“ alle Erwartungen übertrifft, oder?

Ja, es übertrifft gerade unsere Erwartungen. Wirklich krass das nur positives Feedback kommt!!!
Das ist wirklich großartig und wir können es kaum glauben.

Wie habt ihr den Tag des Release erlebt?  Ist man da besonders nervös, erwartet man irgendwelche Anrufe, rennt in den Saturn und und und…
Oder steht man auf, trinkt Kaffee, liest den Sportteil und legt sich in den Englischen Garten? 🙂

Ha Ha. Die Hälfte von uns musste arbeiten. Der Rest war beschäftigt mit den restlichen Vorbereitungen unserer Releaseparty am nächsten Tag. Ich denke, man checkt das alles nicht so richtig an dem Tag. Man arbeitet Monate lang drauf hin und plötzlich ist es soweit. Das ist immer wieder unfassbar. Am Abend haben wir beim Münchner Sommernachts Marathon mitgemacht und haben ein bisschen gefeiert.

Euer Debütalbum „Holzschwert“ wurde ordentlich abgefeiert. Wie groß und wie schwer war es für euch, sich an die Arbeit zu machen, um „…und wir vergessen was vor uns liegt“ zu schreiben? Schließlich heißt der Opener des Albums „Alles Auf Null“.

Also man will natürlich nachlegen und die Leute nicht enttäuschen. Aber wir sind trotzdem ganz ruhig an die Sache rangegangen und haben einfach drauf losgeschrieben. Wir haben uns weder Stress noch Druck gemacht. Einfach drauf los und dann ist das Album entstanden. Wir haben unseren Stil beibehalten das kommt halt einfach aus uns vier raus.

Wie würdest du „…und wir vergessen was vor uns liegt“ beschreiben?  Als Weiterentwicklung oder Schritt in eine neue Richtung?

In eine neue Richtung nicht aber wir haben mit dem Album unseren Stil gefestigt. Wir haben das was MARATHONMANN ausmacht einfach verfeinert. Wir sind wirklich mega zufrieden mit dem Ergebnis. Einfach ein Schritt in die richtige Richtung

Gibt es aktuelle Bands, die euch auf irgendeine Art und Weise beeinflusst haben? Oder schaut man nicht wirklich auf Genrekollegen?

Wir versuchen grundsätzlich nicht jemanden zu kopieren. Aber Einflüsse kann man nicht leugnen da ja jeder von uns unterschiedliche Musik hört und diese Richtungen in MARATHONMANN einfließen. Da kann es schon mal sein das man eine andere Band raus hört die uns unterbewusst beeinflusst hat. Aber natürlich ist das Ziel aller Musiker einen eigenen Stil zu entwickeln.

Was ist eure Definition von gutem Punkrock?

Er muss eine Aussage haben. Er muss ein Gefühl rüber bringen. Ein besonderes Gefühl.

Bis jetzt habt ihr von „…und wir vergessen was vor uns liegt“  nur Lyrics-Videos veröffentlicht. Warum das?

Ein richtiges Video ist in der Mache. Wir hatten einfach in der ganzen Promo nicht so viel Zeit. Darum haben wir uns entschlossen diese Lyric Videos zu machen, um den Leuten einen Einblick ins Album zu geben. Und wir hatten einfach Lust drauf : )
Aber da kommt noch was.

MARATHONMANN

Ihr habt mit unzähligen Bands getourt und gespielt. Von Casper über KMPSPRT bis hin zu Comeback Kid und Jennifer Rostock. Querbeet durch die Bank. Ein Spagat zwischen Halle und Club. Hat man in den Hallen größeren Bammel vor dem Publikum  oder spielt Lampenfieber keine Rolle?

Wir haben eher bei kleinen Shows mehr Bammel. Da ist einfach diese Nähe da. Man steht den Leuten gegenüber und sieht genau ihre Reaktionen. Wie sie mitsingen, was sie fühlen. Das ist immer was mega Besonderes. Bei großen Show ist es ein anderes Gefühl. Schwer zu beschreiben aber beides ist der Wahnsinn.

Für heutige Teenager gehören Acts wie Casper und Jennifer Rostock zur heutigen Musik-Sozialisation. Welche Bands haben euch damals als Teenager gefallen und beeinflusst?

Also mich haben auf jeden Fall die schwedische Skatepunkband MILLENCOLIN beeinflusst. Und die Terrorgruppe : ) Einfach viel Skatepunk, der mir einfach ein gutes Gefühl gegeben hat.

Hat sich euer eigener Musikgeschmack und Hörverhalten in den Jahren eigentlich verändert?

Ja, ich denke schon. Ich höre fast nur noch deutsche Bands. Und auch viele alte Sachen wie Ramones, Cramps, Hüsker Dü usw. Ich finde, ich bin einfach offener und gehe ganz anders an Musik heran. Auch wenn es mir nicht gleich gefällt, hör ich es mir an und schau ob es sich noch entwickelt. Das ist bei NICK CAVE immer so. hihi

Ihr seid fast alle um die 30. Fühlt man sich in diesem Alter noch als Newcomer?

Ja total und es ist ein tolles Gefühl. hihi

Das Leben ist ein Marathonlauf und wir alle sind diejenigen, die ihn bewältigen müssen. Bei welchem Kilometerstand seht ihr euch gerade mit der Band?

Noch in den ersten Kilometern. Da kommt bestimmt noch einiges

Ihr habt alle am Münchner Sommernachtslauf teilgenommen. In der Teamwertung war Team 1 sehr gut unterwegs. Team 2 ist auch – sagen wir –  angekommen 🙂 Seid ihr jetzt dem Bandnamen verpflichtet sportlich aktiv zu werden?  

Ne gar nicht! Aber wir fanden es einfach mal ne witzige Sache und sind mega stolz drauf. Gerne immer wieder!!

Info: www.facebook.com/marathonmannband