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FRANK TURNER & THE SLEEPING SOULS live@Köln

(29.11.2011, Köln, E-Werk) Die Nachricht, dass das Konzert aus produktionstechnischen Problemen von der Live Music Hall ins E-Werk verlegt wurde erreicht nicht jeden und so standen einige doch verdutzt in Ehrenfeld, um schnurstracks nach Mülheim zu gelangen. Aber der Veranstalter reagierte richtig und schob den zeitlichen Ablauf des Abends eine Stunde nach hinten, so dass jeder die Chance hatte, pünktlich im E-Werk zu sein.

21:00 Uhr standen The Xcerts auf der Bühne und hatten keine leichte Aufgabe vor sich. Das Trio stellte ihr zweites Album „Scatterbrain“ vor und schaffte es leider erst zum Ende hin, zu punkten. Irgendwie passte deren Rockmusik nicht so ganz zur Musik eines Frank Turners und so war die Konstellation nicht ansprechend fürs Publikum. Ganz anders, Frank Turner! Der scheint momentan vom Glück und Erfolg beseelt zu sein und die Nachfrage an ihm scheint unentwegt zu sein. Denn seit Jahren befindet sich der ehemalige „Million Dead“ Sänger auf der Überholspur und hat im April sein 1.000 Solo-Konzert gespielt.

Als Frank Turner samt seiner Begleitband The Sleeping Souls die Bühne betrat, fing die Menge gleich an zu brodeln. Songs des aktuellen Album „England Keep My Bone“ wechselten mit Neo-Klassikern der letzten drei Veröffentlichungen des charismatischen Engländers. Auch nach so vielen Jahren des unentwegten Tourens ist Frank Turner nicht müde geworden und präsentiert voller Energie sein 90-minütiges Set. Emotionale Höhepunkte des Abends waren neue Tracks wie „If Ever I Stray“, „I Am Disappeared“ , „I Still Believe“ und die alten wie „Long Live the Queen“ und „Reasons Not to Be an Idiot“. Frank Turner ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, wieder die ein oder andere klärende Aussage über die Songs zu tätigen. So wird auch das atheistische „Glory Hallelujah“ nicht von allen Anwesenden zur Kenntnis genommen. Das Publikum sang, tanzte, schwitzte und tobte mit Frank Turner.

Zum Ende des regulären Sets gibt Turner seine Gitarre ab und schwingt das Mikro zu den Klängen von Queens „Somebody To Love“. Sicherlich der schwerste Song des Abends, der hier gemeistert wird und auch noch gut klingt. In den Höhen behält Turner seine Stimme und verkackt nicht und das Publikum erfreut sich an diesen Evergreen. Mit „Cowboy Chords“ vom aktuellen Album beginnt der Zugabeteil und wird gefolgt von der Ballade „The Ballad of Me and My Friends“ bevor „Photosynthesis“ die letzte Chance zum tanzen ist. Ein Abend ohne Netz und doppelten Boden, ohne Lasershow und Technikaufgebot, dennoch eindrucksvoll.

Info: http://www.frank-turner.com/

(Markus A. Tils)