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I AM HERESY live in Hamburg

I Am Heresy
(25.03.2013 Hamburg, Hafenklang) I AM HERESY ist das neue Projekt von Boysetsfire Frontman Nathan Gray. Mit im Gepäck sein Sohn Simon. Und ehemals auch Jonah Latshaw (der älteste Sohn des BSF-Kollegen Joshua Latshaw) der aber mittlerweile wieder ausgestiegen ist. Dennoch eine Konstellation die man einfach live sehen muss!
Eine neue Band mit Nathan Gray lässt jedes BSF-Herz höher schlagen. Doch Nathan kann auch anders und geht mit seiner neuen Band wieder dorthin, wo BSF mal angefangen haben.
Das Hafenklang war angenehm gefüllt, jedoch merkte man sofort, dass 90% der Leute nur wegen Nathan da waren.  Schon erstaunlich wie groß die Fanbase über BSF hinaus ist. Begleitet wurden sie von der italienschen Bridge 9 Records Band HIEROPHANT. Eine Band die definitiv in das Vorprogramm von I AM HERESEY passt, aber für die meisten BSF Liebhaber um einiges zu hart ist. Metal-Geschrammel trifft es ganz gut. Bei dem Gesichtsausdruck des Sängers konnte man glatt Angst bekommen.
Als Nathan die Bühne betritt spürte man sichtlich die Aufregung im Publikum. Die Songs sind hart und ungewohnt. Doch Nathan reißt einfach alles raus. Wenn er schreit, dann scheint alles eine Melodie zu haben. Viele Songs hatten sie allerdings nicht dabei. Immerhin besteht die Band noch nicht mal seit 2 Jahren und nicht alle Songs auf dem Album eignen sich für die Bühne. Bei Songs wie „Butchers“ und „The Sycophant“ gab es gehörig etwas auf die Ohren und die Metal Attitüde ist eindeutig. Doch bei Liedern wie „And yet it moves“ und vor allem bei „Jesus doesn’t work here anymore“ könnte man meinen, dass es BSF sind, die dort auf der Bühne stehen. Beeindruckend und unterhaltsam waren auch Nathans Ansagen. So dankte er HIEROPHANT und machte sich sogar noch fast ein bisschen lustig über ihre Musik als er es als „angry stuff“ bezeichnet. Höchstwahrscheinlich aber nur ironisch gemeint. Vor „Jesus doesn’t work here anymore“ machte er noch mal klar, dass er nicht an Gott glaubt und sagte deutlich zum Publikum „Leute es gibt keinen Gott“. Der Song sagt dann aber auch alles. Wenn man sieht was so in der Welt passiert, dann hat er vermutlich sogar recht.  Insgesamt war das Set super gut abgestimmt. Auch die Parts auf dem Album die nicht live spielbar waren, wurden als Bridge eingebaut und haben so unglaublich gut gepasst. Wie z.B. der von einer Frau gesungene Song „Prince of the Flies“. Am Ende kam dann Freund und Helfer der Band Barbie dazu, der u.a. für die Bridges zuständig ist. Zusammen sangen sie den selbstbetitelten Song „I am Heresy“ bei dem Nathan noch mal betonte, dass sie äußerst unkreativ in der Namensfindung ihrer Songs sind. Da das Hafenklang nicht ganz so voll war, nahmen sie den gesamten vorderen Bereich ein und haben noch mal alles zum Besten gegeben. Einfach großartig. Eine Zugabe gab es dann nicht mehr. Aber bei einer so guten Show braucht man auch keine.
(Marina Micic)