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Honningbarna live@Köln

Honningbarna

(29.05.2013, Köln, MTC) Wie habe ich mich auf den Tag gefreut, diese geniale Band live zu sehen. Die Jungs aus Kristiansand, Norwegen werden in ihrer Heimat momentan groß gehandelt.  Dort haben sie vor zwei Jahren ihr Debüt „La Alarmane Gå“ veröffentlicht und wurden gleich mit dem norwegischen „Spellemannsprisen“, vergleichbar mit dem Grammy, für das beste Rock Album. Ihr zweites Album „Verden er Enkel“,  produziert von Pelle Gunnerfeldt (The Hives, Refused) erschien Ende April.

Doch zuvor muss man leider die lokale Vorgruppe ertragen, die – wie soll man sagen – einfach schlecht sind und langweiligen Alternative Rock bieten. So schlecht, dass man sich nicht einmal den Namen merken will. Abgehakt.

Nach einer kurzen Umbaupause ist es dann auch soweit und die Jungs betreten die Bühne. Neben dem klassischen Instrumentarium aus Gitarren und Bass schleppt Sänger Edvard Valberg auch noch sein Cello auf die Bühne. Sieht lustig aus, weil Edvard Valberg kaum größer ist als sein Instrument. Sein Outfit mit Pulli, Hemd und Krawatte macht aus ihm den Vorzeigeschüler seiner Band, die sich weitgehen ebenfalls charakteristisch gekleidet hat. Vom Sportler Ass im Basketball-Shirt über General-Jacket bis hin zum Mechaniker Overall ist alles dabei. Sei’s drum, auch wenn man so was von etlichen Bands bereits kennt, es scheint als ob gerade die Skandinavier ein Faible dafür haben. (Turbonegro, The Hives etc.)

Das große Problem an diesem Abend ist, dass man textlich nichts versteht. Nicht, dass die Jungs die Texte derart aus der Seele schreien, nein, denn wie ihre Landsleute von Kverlertak singen Honningbarna ihre Songs in ihrer Muttersprache. Soviel dazu. Aber der Sound ist energiegeladen und nimmt die Hörde der Verständlichkeit mit Bravour. Obwohl die mehrstimmigen Refrains zum mitgrölen einladen, hat man so seine Schwierigkeiten. Die Jungs zeigen sich auf jeden Fall in bester Laune und ehe man sich verzieht, stehen Gitarrist und Sänger im Publikum und performen aus dem kleinen aber feinen Pogo-Pulk. Hier ist alles dabei, was bei solch einer Punk-HC Show dazu gehört. Selbst ein Gitarren-Solo auf der Theke ist Pflichtprogramm. Höhepunkte der Setliste bilden neben den Titeltrack des aktuellen Albums „Verden er enkel“ vor allem „Fuck kunst (dans dans)“ und „Dødtid“.  Neben dem Gesang ist Edvard Valberg auch für das Cello zuständig, dass er bei einigen Songs wie ein Berserker bearbeitet und seinen Bogen an die Grenzen der Haltbarkeit bringt. Vollgas! Die Show bietet keine Verschnaufpause. Einziges Manko, dass das MTC nicht allzu voll ist. Nichtsdestotrotz sind die Jungs erfreut und auch dankbar für den Besuch am heutigen Abend. Schließlich ist es keine Selbstverständlichkeit einer Band zu lauschen, deren Texte man eigentlich nicht versteht. Aber Honningbarna sind halt auch Punk-HC in Rheinkultur und das zählt. Noch gelten sie als Geheimtipp, die das Potenzial hierzulande noch für einiges an Furore zu sorgen. Man wird sehen, wohin die Reise gehen wird. Tolle Band, tolles Konzert.

Info: www.facebook.com/honningbarna

(Markus Tils)