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RIVERBOAT GAMBLERS Live in Hamburg

Riverboat-Gamblers-band

(15.05.2013, Hamburg, Hafenklang) Die Texaner sind wieder los! Nach ihrem neuen Album „The Wolf You Feed“ welches im Sommer letzten Jahres erschien, folgte nun etwas verspätet die Euro Tour. Mit im Gepäck die Punk Legenden THE QUEERS und die Hardcore Punk Band BI MARKS.

Normalerweise ist das Hafenklang immer recht pünktlich, doch als viertel nach neun immer noch der erwartete Ansturm ausblieb und sich lediglich 20 Leute vor der Bühne befanden legten BI MARKS los. Aber wie! Hardcore Punk as its best. Der Sänger hatte einen leicht verstörten Blick von dem man glatt Angst hätte bekommen können. Während er sang legte er sich auf die Bühne, auf den Boden und machte auch sonst sehr viele akrobatische Meisterübungen. Sehr interessant und irgendwie unterhaltsam.
Danach gab es Punk Rock aus New Hampshire mit THE QUEERS. Eine Mischung aus RAMONES und BEACH BOYS. Daher hatten sie die besten Jahre auch schon hinter sich oder befanden sich gerade in ihnen, man weiß es nicht. Solider Punk Rock den man sich sehr gut antun kann. Viele des Publikums kannten alle Songtexte in und auswendig und einer sogar so gut, dass er auf der Bühne einen Song auf Deutsch mitsingen durfte. Der Typ hat sich zumindest riesig gefreut und der Sänger sagte nur so was wie, „He was emailing us for ages“. Sehr amüsant. THE QUEERS durften zum Ende noch eine Zugabe spielen und Mike Wiebe persönlich erlaubte es ihnen gerne noch einen Song zu spielen. Aber sie wären keine Punk Band, wenn sie nur eins spielen würden, es wurden natürlich gleich drei Songs daraus. Well done!
Das Hafenklang war derweil schon etwas angenehmer gefüllt. Doch als dann die RIVERBOAT GAMBLERS die Bühne betraten, schien es als hätten zumindest die älteren Herrschaften im Publikum bereits das Weite gesucht.  Waren sie wohl doch nur wegen THE QUEERS dort. Schade und unverdient! Gleich bei den ersten Songs gab Mike alles und zumindest ich war höchst entzückt von dieser geballten und unglaublichen Energie die er auf der Bühne verkörpert. Wiedererwartend spielten sie nicht direkt Songs von ihrem aktuellem Album „The Wolf You Feed“ sondern holten die ganz alten, noch etwas mehr punkigeren Sachen raus. Aber nach und nach kamen sie dann doch, die „Good Veins“ und „Comedians“ dieser Platte.  Während Mike wortwörtlich durchs Publikum und gegen die Wand sprang, lies er es sich auch nicht nehmen, einem Mädel in der hintersten Reihe direkt ins Gesicht zu singen, als sie gerade mehr in ihr Handy vertieft war als in die Show.  Auf Songs von ihrer großartigen Platte „Underneath Your Owl“ aus 2009 wartete man jedoch vergebens. Waren die Songs zu poppig? Zumindest „Victory Lap“ hat man dann noch zu hören bekommen. Zwischendurch versuchte Mike dem „Publikum“ weiter einzuheizen in dem er ein paar lustige Ansagen machte und dabei erwähnt, dass er als Texander in unserem „Sommer“ friert und jetzt abgehen muss, damit ihm nicht kalt ist. Guter Versuch, hat nur nicht ganz funktioniert. Aber zumindest als Zugabe erwartete man dann doch den Dauerbrenner „Dissdissdisskisskisskiss“ und ich war mir sicher, dass sie diesen Song spielen müssen.  Aber es wurde dann „Last to Know“ von ihrer LP „Something to Crow About“ aus 2003. Ich war etwas enttäuscht, aber trotzdem glücklich. Diese Band kann es einfach. Zuletzt und das erste Mal vor 2 Jahren in San Diego gesehen, hat sich dieser Auftritt in mein Kopf gebrannt. Am Publikum hätte man noch arbeiten können und bei 150 Leuten mehr, wäre Mike sicherlich auch crowd gesurft. Leider nicht dieses mal, dafür hoffentlich nächstes mal. G.F.F.G.
Unser Interview mit Mike vom 05.09.2012 kann man hier nachlesen. Die Review zu „The Wolf You Feed“ hier.
(Marina Micic)