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BOYSETSFIRE live in Hamburg

Boysetsfire
(06.10.2013 Hamburg, Markthalle) Nur mit drei Shows besuchten uns BOYSETSFIRE bei dieser Tour, drei mal ausverkauft. Das Resultat aus zwanzig Jahren Bandgeschichte trotz zwischenzeitlicher Trennung.
Mit neuem Schlagzeuger und ehemaligen neuen Bassisten spielten sie in Stuttgart, Dortmund und Hamburg. Supportet wurden sie in Hamburg von den Engländern FIGHTS AND FIRES und den Münsteranern NEAERA.
FIGHTS AND FIRES konnten bei dem norddeutschen Publikum nicht so ganz punkten. Zwar haben sie an Entertainment und Action einiges zum Besten gegeben, aber mangels Bekanntheit wollte keiner so richtig in Stimmung kommen. Auch die verzweifelten Einlagen mehrmals im Publikum zu spielen und zu singen wollte nicht so recht fruchten. Vielleicht lag es auch an der Mikrofonständer Akrobatik die alle betrieben haben. Im Grunde etwas schade, aber wenn eine ausverkaufte Markthalle nur BOYSETSFIRE sehen will hat man es als unbekannte Band schwer.
Etwas einfacher hatten es NEAERA, die immerhin von einigen Fans profitieren konnten die ordentlich abgegangen sind. Der zuvor noch leere Innenraum füllte sich zunehmend und das Publikum kam in Schwung. Zwar betitelten sie sich selbst als die Band die musikalisch am wenigsten in diesem Abend passte. Und auch wenn man es bei ihrer Musik nicht raus hörte, sind sie sehr große Fans von BOYSETSFIRE. Damit hatten sie auf jeden Fall die Sympathie auf ihrer Seite. Mittlerweile wurde es unerträglich heiß in der Markthalle.
Alle warteten gespannt und vernahmen kurz vor Beginn einen seltsamen Geruch von Räucherstäbchen. Das war etwas skurril, aber immerhin roch es nicht mehr nach Schweiß. Mit einem der wohl schönsten Songs wurde der Auftritt eingeleitet: „Walk Astray“ und ALLE sangen mit. Gänsehaut pur bereits am Anfang. Noch schöner wäre es gewesen, wenn Nathan das Intro selbst gesungen hätte. Aber der Gute wird ja auch nicht mehr jünger. Es folgte ein Set, das besser nicht hätte sein können. Perfekt abgemischt, von allen Alben etwas dabei. Es folgten Songs wie „Release the Dogs“ und Favorit aller „My Life In The Knife Trade“ älterer Alben, aber auch Songs aus dem neuen Album „While A Nation Sleeps…“ wie „Closure“ und „Prey“. Dabei verfolgt die Band ein Konzept, dass viele andere Bands nicht verfolgen: Nur weil ein neues Album produziert wurde, werden nicht sämtliche Songs von diesem gespielt, sondern die Band weiß, dass man sie vor allem wegen der älteren Songs liebt. Sie verzichten also auf die eigene Promo. Denn nötig haben sie es sowieso schon lange nicht mehr. Zwischendurch lobte Nathan das Konzert weil es keine Absperrung gab und so hinderte es die Fans nicht, permanent auf die Bühne zu springen um sich ins Publikum zu stürzen. Trotz großem Erfolg lieben sie immer noch die Alte Schule.
Bei „After The Eulogy“ lies es sich Sänger Benny von NEAERA nicht nehmen ein kurzes Bad in der Menge zu nehmen und sich ein zweites Mikro zu schnappen und diesen Song zusammen mit Nathan zu singen. Zwischendurch gab es technische Probleme bei Gitarrist Chad und auch Nathan kämpfte mit schlechtem Sound auf seinen In-Ear Monitoren und riss sich diese irgendwann vom Leib. Das Publikum schien das nicht wirklich mitzubekommen, aber die Band lies sich auch nichts anmerken. Zum Ende gab es dann noch drei großartige Songs mit „Handful Of Redemption“, „The Misery Index“ und „Rookie“. Besser ging es fast nicht mehr. Das Konzert neigte sich damit dem Ende und Zugaben waren u.a. „Empire“ und als Abschluss „Last Year’s Nets“. Einfach ein Traumkonzert wie es hätte besser nicht sein können.
(Marina Micic)