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The National live in Köln – Support St. Vincent

The National live in Köln (11.06.2014, Köln, Tanzbrunnen)

(11.06.2014, Köln, Tanzbrunnen) Es gibt Bands von denen bekommt man nie genug, darunter zählen auch The National.  Also packe ich meine Sachen und mache mich auf den Weg nach Köln zum Tanzbrunnen. Viele Fans von The National haben da wohl anders gedacht, denn das Gelände des Tanzbrunnens ist nur rar mit Menschen gefüllt.

Bei sonnigem Wetter gehen die bunten Lichter schon um 18.45 Uhr für St. Vincent und ihre Begleitband an. Natürlich steht Annie Clark alias St. Vincent im Mittelpunkt des Geschehens. Nicht nur ihr weißes Kleid mit blutrotem Muster, sondern auch die Art wie sie sich bewegt und die Gitarre spielt, machen das Gehörte auch sehenswert. Auf dem Debütcover „Marry Me“ (2007) sieht Annie Clark lieb und schüchtern aus. Als sie heute die Bühne betritt, hat es  mit dem damaligen Bild nicht viel gemeinsam. Die hell gefärbten Haare sind wild gestylt, die Augen grell geschminkt. In den neuen Songs des aktuellen Albums werden die Saiten der Gitarre ziemlich gequält, sanfte Streicher und orchestrale Elemente völlig verbannt. Die neue St Vincent hat Ecken und Kanten und genauso sind auch die Bewegungen der Künstlerin. Nach einer lauten halben Stunde Supportzeit hat St. Vincent das Publikum begeistert, oder kopflos zurückgelassen.

Bis Matt Berninger seinen ersten Wutanfall bekommt dauert es bis „Sea Of Love“. Ruhig und emotional wie man es kennt, beginnen die Konzerte von The National. Matt Berninger singt gelassen mit geschlossenen Augen „Start A War“.  Die Ruhe hält nicht lange an, schon beim nächsten Stück wandert der Sänger mit seinem Weinglas zu „Don´t Swallow The Cap“ nervös über die Bühne. Den Fans gefällt es und sie zeigen es mit einer anständigen Portion Applaus. Die Setlist ist ein Wechselbad aus Emotionen, Gefühlen und Kraft, eben dass was bei einem The National Konzert vorausgesetzt wird. Bewegt man sich gerade noch elegisch zum Rhythmus von „Anyone`s Ghost“ wird die Stimmung mit „Bloodbuzz Ohio“ ein klein wenig euphorisch. Auch Berninger steigert sich mit jedem Stück und wirft mit Getränken und schont kein Mikrofon, von der Bühne fällt er aber nicht. Auf der Liste die neben dem Mischpult klebt, werden heute nur einige Mikros abgehakt. Die Band um Matt Berninger spielt unbeeindruckt, perfekt weiter. Als der Abend seinem Ende entgegen geht ist es immer noch taghell. Die letzten Sonnenstrahlen blinzeln durch den dämmernden Abendhimmel. Dazu dreht Mr. November mit seinem ganzen cholerischen Charme noch einmal richtig auf. Mit „Terrible Love“ wird es zusammen mit Annie Clark harmonisch. Dann ziehen The National mit Vanderlyle Crybaby Geeks den akustischen Schlussstrich.

The National fotografiert von Martina Peitz. Support St. Vincent.

Info: www.americanmary.com / www.ilovestvincent.com