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Antemasque live in Dortmund

(04.10.2014, Dortmund, FZW) VISIONS 25th Anniversary25! Das muss gefeiert werden und darum wurde gleich das ganze erste Oktober Wochenende für das große Visions- Festival reserviert. Der Samstag ist mit drei Bands belegt. Als die Schotten von Flood Of Red auf der Bühne stehen, sieht es im Inneren der Halle noch ziemlich kahl aus. Viele Besucher sind zur Startzeit noch nicht eingetroffen, doch diejenigen die sich pünktlich auf den Weg gemacht haben, werden mit einem großartigen Live Act versorgt.

Für viele ist die erste Band der eigentliche Headliner des Abends. In der kleinen Publikumsrunde findet der dynamische Sound von Flood Of Red schnell seine Anhänger. Abwechslungsreichtum steht bei der Band an erster Stelle. Was gerade noch melodiös aus den Boxen kam, explodiert im nächsten Moment und endet im Soundgewirr. Die sechs Bandmitglieder geben alles und bearbeiten ihre Instrumente als gäbe es kein Morgen mehr. Komplexe Gitarren und derbe Keyboardklänge hecheln hinter dem kraftvoll gespielten Schlagzeug her, auf dem The Intersphere steht. Hoffentlich bleibt die freundliche Leihgabe noch ganz und wird nicht zertrümmert, bevor die Besitzer selbst auf der Bühne stehen. Wenn Jordan Spiers zu sanften Melodien singt wirkt der Sänger im schummerigen Scheinwerferlicht harmlos. Erst wenn die Instrumente ausbrechen ändert sich auch die Tonlage und der smarte Herr legt sein ganzes Stimmvolumen frei. Genau diese Mischung muss es sein, die dass Dortmunder Publikum anspricht. Zu beachtlichem Applaus verlassen Flood Of Red die Bühne. Die Jungs können sicher sein, dass sich ihr Name in den Köpfen der Leute nach dieser Begegnung fest verankert hat.

Die Zweiten im Bunde sind The Intersphere. Kurz vor ihrer eigenen Headliner Tour schieben sie sich in die Mitte des Samstagabends. Temporeich geht die Jubiläumsfeier weiter. Balladen haben bei den Mannheimern keinen Zutritt, melodiös darf es allerdings sein. Das Schlagzeug ist weiterhin der Leidtragende und bekommt von Moritz Müller ordentlich eins übergezogen. Zum donnernden Takt rackern sich seine Mitstreiter ab und steuern Stromdurchtränkte Saiten dazu. Das lautstarke Gemisch aus rockenden Klängen lässt die Besucher nicht kalt.

Den Schlussstrich zieht die Mars Volta Nachfolgeband Antemasque. Als das Quartett die ersten Töne vom Stapel lässt macht dieses kleine Schild am Merch- auf dem „Ohrenstöpsel 1 Euro“ steht- Sinn. Wie mit der Kraft eines Laubsaugers blasen die Amerikaner alles weg. Hyperlaut donnert der Sound in den Kopf. Die Band stellt sich um das Schlagzeug herum auf, welches sich laut scheppernd bemerkbar macht.  Schreiend und mit watschelnden Tanzschritten bewegt sich Frontmann Cedric Bixler-Zavala über die Bühne. Die Menge im Innenraum rutscht enger zusammen und feiert mit ausgestreckten Armen den lautesten Teil des Festivals ausgelassen mit. Die Posthardcore- Sause ist nicht jedermanns Geschmack, doch wer sich im ersten Drittel der Halle befindet genießt die schwitzige Angelegenheit und nimmt ein bleibendes Rauschen im Gehöhrgang als Andenken gerne mit nach Hause.

VISIONS 25th Club Edition mit Antemasque, The Intersphere und Flood Of Red fotografiert von Martina Peitz