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Blaue Blume live in Dortmund

Blaue Blume live in Dortmund

(08.03.2016, Dortmund, FZW ) Unbekannt oder Geheimtipp? Als relativ neue Band hat man es nicht immer leicht, vor allem wenn es um das Füllen von Clubs geht. Da hält man ein außergewöhnliches Debüt Album vier junger Musiker in den Händen, doch so richtig kommt niemand vom Sofa hoch, um aus einen belanglosen Abend ein Festtag zu machen.

Nicht alltäglich ist auch der Support von Blaue Blume. Die drei Herren von Wyoming schauen auf dem Weg zur Bühne ganz vorsichtig Richtung Publikum. Doch mehr als ca. 40 Zuschauer kann das Trio aus Lorch im verdunkelten Saal nicht wahrnehmen. Egal, denn die wenig Angereisten sollen vorzüglich behandelt werden. Nach einer kalten Anlaufzeit gelingt es Wyoming die Herzen der Zuschauer mit fragilen Klängen, Schwermut und Pop aus Synthetik und klassischen Bandinstrumenten zu erwärmen. Die Songs ihres aktuellen Longplayers „Moon Jaut“ stehen dabei hoch im Kurs- wie das verträumt aber taktvolle Titelstück. Am Applaus gemessen muss ich das Geschwisterpaar Sascha und Manuel Lukas mit Frontmann David Stieffenhofer keine Sorgen machen. Die ausgewählten Stücke steigern sich mit jeder Minute.

Als Blaue Blume die Bühne des FZW betreten verbreitet sich im Raum eine geheimnisvolle Atmosphäre. Mit den Songs von „Syzygy“ fällt es auch nicht schwer, für einen Moment in eine Traumwelt abzugleiten. Die Zuschauer wippen und bewegen sich zur Musik und treten unaufgefordert einige Schritte näher zur Bühne.

Das Quartett zeigt sich noch etwas schüchtern und zugleich angetan, dass an einem Dienstagabend so viele Leute vorbeigekommen sind. Sänger und Gitarrist Jonas Smith findet es einfach nur gemütlich. Gemütlich und genial geht es auch weiter. Nur so zärtlich und romantisch, wie es das Symbol Die Blaue Blume ausdrückt, allerdings nicht. Was auf Vinyl zerbrechlich und weich klingt, bekommt in der Live -Variante ein hartes Innenleben. Zärtlich und sensibel behandelt nur selten jemand der Band sein Instrument. Die Drums werden rasend schnell gespielt und die Saiten der Gitarren malträtiert. Dazu wandelt sich der Gesang von Smith wie in „Sky“ von äußerst Hochstimmig bis grobkörnig. Mit einem leichten zittern in der Stimme hingegen formt Jonas Smith die Worte zu Roxy. Genau diese Mischung macht es aus. Hier muss nichts gefeilt werden, alle Ecken und Kanten formen diese Besonderheit der Blauen Blume die tief berührt. Nach 60 Minuten ist das Publikum einfach nur verzaubert, ergriffen und überzeugt an diesem Abend das richtige getan zu haben. Denn wer weiß schon, wie lange Blaue Blume noch ein Insidertipp bleiben.

Info: www.facebook.com/blaueblumemusic / www.facebook.com/wyomingtheband