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Make Europe Great Again feat. Combichrist , Filter, Lord Of The Lost und Rabia Sorda

Make Europe Great Again Tour 2016 - Combichrist - 09.06.2016, Köln, Live Music Hall

(09.06.2016, Köln, Live Music Hall) Hammer Line-Up! „Industrial-Rock-Revolution will make Europe great again“, so das Motto mit dem die vier Bands Combichrist, Filter, Lord of The Lost und Rabia Sorda durch Europa touren. Ein großes „Fuck You“ an den republikanische Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

Aber an diesem Abend haben die Kölner wohl irgendwas anderes vor, als sich in der Live Music Hall zu befinden.  Es ist alles sehr übersichtlich und beim Betreten der Halle stehen gerade die Hamburger Band Lord Of The Lost auf der Bühne. Somit ist klar, dass man den Auftritt von Rabia Sorda verpasst hat. Na gut, 18:30 Uhr ist halt eine undankbarer Uhrzeit, um den Abend zu eröffnen.  Die Halle ist zu einem Drittel gefüllt. Voller soll es auch an diesem Abend auch nicht werden. Der wuchtige Sound der Hamburger kommt gut an. Die Band um Frontmann Chris Harms überzeugt mit ihrem Mix aus Dark Rock, Industrial-Metal, Gothcore, Glam und wilder Bühnenshow.  Aber als „neutraler“ Beobachter hat mir die „Everybody“ – Coverversion  von den Backstreet Boys und das darauffolgende „La Bomba“ mit der Samba-Einlage schon ein wenig Angst gemacht. 🙂

Der eigentliche Grund für meine Anwesenheit war definitiv der Auftritt von Filter. Seit ihrem Debüt „Short Bus“ ist man schließlich Fan und das aktuelle Album „Crazy Eyes“  besitzt auch einige gute Momente.  Es ist nicht das erste Mal, dass ich Filter sehe, deshalb bin ich auch nicht überrascht, dass Filter live keine leichte Kost sind. Irgendwie habe ich stets das Gefühl, dass Frontmann Richard Patrick nie in der Lage ist, die Qualität des Albums annähernd auf die Bühne zu transportieren. Dennoch, die neuen Songs von „Crazy Eyes“ werden genauso abgefeiert wie der Klassiker „Take a Picture“. Die Songauswahl ist sehr gut gewählt und auf durchschnittliches „The Trouble With Angels“  Material wird zum Glück verzichtet. Spätestens, als zum Abschluss noch „Hey Man Nice Short“ gespielt wird, hat man ein Lächeln auf den Lippen und muss eingestehen, dass Richard Patrick völlig zu Rech zu den ganz Großen im Industrial Rock gehört.

Nach einer kurzen Umbaupause kommt das norwegisch-amerikanische Kollektiv Combichrist auf die Bühne. Die Band hat sich über die Jahre längst zu einer Speerspitze ihres Genres erhoben und auch die Liaison, die sich mittlerweile als Hochzeit entpuppte, mit Sophia Thomalla hat die Band in die Bild Zeitung gebracht.  Frontmann Andy LaPlegua streunt wie ein Puma über die ganze Bühne, um sein Review für die nächste Stunde zu markieren. Mit freiem Oberkörper positioniert er sich direkt vor der Menge. Erste Höhepunkte sind der Opener „Slakt“ und „Skullcrusher“ vom aktuellen Album „This Is Where Death Begins“.  „Can’t Control“ entführt uns noch tiefer in den elektronischen Industrial Sound der Band, und Gitarrist Eric 13 entlockt seinem Instrument die entsprechenden Riffs. Drummer Joe Letz gibt ordentlich Gas und herumfliegende Drumteile gehören bei der abwechslungsreichen Mixtur aus Metalcore, Industrial, Elektronik zum guten Ton.  Eine kraftvolle Show, bei der die Protagonisten stets direkt und rabiat nach vorne preschen und körperliche Verausgabungen vorprogrammiert sind.   „My Life My Rules“ beendet das reguläre Set. Doch das Pubilikum will mehr, und so kommt die Band noch für zwei weitere Songs auf die Bühne. „Maggots At The Party“ und „What the Fuck Is Wrong With You?“ sind ein perfekter Abschluss für ein außerordentliches Konzert.

Combichrist: www.combichrist.com
Filter: www.officialfilter.com
Lord Of The Lost: www.lordofthelost.de
Rabia Sorda: www.rabiasorda.com