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Sepultura live in Köln

(12.07.2017, Essgfabrik, Köln-Deutz) Als in den 90ern musikalisch sozialisierter Mensch kam man an den Brasilianern und ihren Top-Alben Arise, Chaos A.D. und Roots natürlich nicht vorbei. Im Publikum fanden sich demnach auch zum Großteil Leute, die mit der Band damals aufgewachsen sind. Ich persönlich habe Sepultura nach dem Ausstieg von Max Cavalera im Jahr 1996 jedoch etwas aus dem Auge verloren (von zwei besuchten Live-Konzerten mal abgesehen). Von der Besetzung aus den 80er Jahren sind heute noch Bassist Paulo Xisto Pinto Jr. sowie Gitarrist Andreas Kisser dabei.

Nachdem Aborted und Evil Invaders die Menge aufgewärmt hatten, war Zeit für eine kurze Verschnaufpause an der frischen Luft. Dort lauerte Bert von Metalshots.com den Leuten auf und fotografierte fleißig alles was ihm vor die Linse kam. 🙂 Nach kurzer Erholung ging es also zum Headliner, der direkt mit zwei Songs („I Am the Enemy“, „Phantom Self“) vom neuen Album Machine Messiah startete. Beim folgenden Titeltrack vom 2011er Album Kairos unterstützte Sänger Derrick Green dann die Percussion-Abteilung mit einer großen Drum an seinem Mikroständer.

Vor der Bühne steigerten sich Stimmung und Bewegungsdrang nach verhaltenem Start bis dahin zu einem amtlichen Moshpit, der das ganze Konzert in teils hoher Intensität anhalten sollte. Nur einige agierten oberkörperfrei unter dem Motto „viel Muskeln, wenig Hirn“, was aber zu keinen größeren Zwischenfällen führte.

 

 

Die zwei Klassiker „Desperate Cry“ und „Inner Self“ brachten auch die Leute im Publikum in Fahrt, die mit dem neuen Material nicht vertraut waren. Anschließend fiel die Spannung bei weiteren drei Songs vom neuen Album sowie je einem Track von den Alben Against und Kairos etwas ab, bis nach „Resistant Parasites“ von Machine Messiah die Zeit der großen Hits gekommen war.

Die folgende Setlist spricht einfach für sich: „Biotech Is Godzilla“ inkl. „Polícia“ im Mittelteil, „Territory“, „Refuse/Resist“ und „Arise“ sowie nach einer kurzen Pause noch „Sepultura Under My Skin“, „Ratamahatta“ und als Finale dann schließlich „Roots Bloody Roots“.

 

 

Als Fazit bleibt ein solides Konzert mit einer schönen Portion Nostalgie sowie einer gut gelaunten Band, die sichtlich Spaß am Zocken der neuen Lieder (6 Stück) als auch zelebrieren der alten Hits hatte und den Fokus auf diese beiden Bereiche legte (wenn ich es richtig mitbekommen habe, gab es kein einziges Lied von den vier Alben aus den 2000er Jahren).

Info: www.sepultura.com.br