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SWAIN: The Long Dark Blue

SWAIN: The Long Dark Blue

(End Hits Records / Cargo Records) Die letzten Monate waren recht turbulent für das holländische Alternative-Punk-Trio Swain, die mit „The Long Dark Blue“ ihr drittes Studioalbum veröffentlichen. Die mittlerweile in Berlin ansässige Band klingt dabei mal bissig, mal nölig, mal nach Hardcore, mal nach Grunge und dabei stets immer mit einer lebensbejahenden „Jetzt-erst-recht-Attitüde“.

Dennoch, so richtig warm werde ich mit „The Long Dark Blue“ nicht. Alleine schon der Einstieg mit dem Opener „Hold My Hand“ und dem drauffolgenden „Half Awake“ lassen meine Augen rollen. Das ist mir zu viel der Nölerei. Alleine schon die Tatsache nervt, dass „Hold My Hand“ nach 1.30min Spielzeit endet und dann eine Ewigkeit bis zum zweiten Song nichts kommt. Die Lust „The Long Dark Blue“ ist schnell vergangen und der Silberling vorerst auf Seite gelegt.

Einen Tag später, die zweite Chance. Mehr Geduld. Diese Geduld macht sich bezahlt. Die beiden ersten Songs haben die Meinung nicht verändert, aber ich habe durchgehalten und wurde mit dem dritten Song „Punk-Rock Messed You Up, Kid“ belohnt. Das Trio kann ja doch was. Arbeitete Swain bei ihrem letzten Album noch mit Converge-Gitarrist und Hardcore Produzent Kurt Ballou zusammen, schlug man für „The Long Dark Blue“ einen anderen Weg und holte sich Produzenten-Legende J. Robbins (War On Women, Paint It Black, Modern Life Is War, Jets To Brazil) ins Boot. Robbins‘ Expertise in Sachen 90er-Sound ist unüberhörbar. Besonders gefallen die Songs „Punk-Rock Messed You Up, Kid!“, „Never Clean My Room“, „Kiss Me Hard“, „Seen a Good Man (In a Bad Mood)“ und „Rid Myself of You“. Hier macht es Spaß hinzuhören und wird erinnert an Radiohead zu Creep- oder auch Sonic Youth zu Washing Machine-Zeiten. Cooler Alternativ, No-Wave-/Noise-Rock, der seine Wurzeln in den frühen Neunzigern hat und dabei alles andere als verstaubt klingt.  Aber die anderen Songs wissen weniger zu gefallen. Das nölige Geschrei und der rüpelige Sound nervt auf die Dauer. Die einzige Konstante ist die „Jetzt-erst-recht-Attitüde“ – mehr aber auch nicht. „It’s Hard to Make Friends” – dem ist nichts beizufügen.

6 Stars (6 / 10)

Info: www.facebook.com/weareswain