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SOLSTAFIR: Berdreyminn

(Season Of Mist/ Soulfood) Es ist ein Dilemma: da wählen Solstafir die richtigen Mittel und auch der kompositorische Ansatz ist vielversprechend. Langsam aufgebaute Rockepen, die sich teilweise in die krachigeren Intensitätsbereiche vorwagen. Doch bei der Umsetzung hapert es. Dies liegt vor allem daran, dass Solstafir nicht besonders gut darin sind, ihre Stücke auf das Wesentliche zu beschränken. Die Songs drehen oftmals unnötige Extrarunden in lauwarmen Atmosphärepassagen, die nichts Wesentliches zur Dramaturgie beitragen.

Dabei gibt es immer wieder Momente, die begeistern und fesseln auf „Berdreyminn“. Der Übergang von einer Ennio Morricone-Passage in eine rockistische Explosion in „Silfur-Refur“, der unwirkliche Sirenenchor in „Hula“ oder auch die explosive Tempoverschärfung in „Nardos“: partiell wird man von dieser Musik intensiv gepackt und durchgeschüttelt. Nur leider stehen dem klischeehaft eingesetzte Tasten- und Streichinstrumente gegenüber, sowie ein oftmals uninspirierter Spannungsbogen. Dazu kommt, dass so manches Mal auch die rockigen Parts zwar energetisch aufgeladen, in ihrer melodisch Ausprägung aber doch abgegriffen erscheinen. Und so bedauert man vor allem, dass die Band um Adalbjörn Tryggvason nicht mehr Sorgfalt bei der spannungsreichen Ausgestaltung ihrer Stücke verwandt hat. Vieles im ruhigeren Bereich fungiert scheinbar nur als aufgeblähter Platzhalter, der die Stücke unnötig in die Länge zieht. Wie es richtig geht, wissen Solstafir aber scheinbar selbst, das abschließende „Blafjall“ vereint schwelende Atmosphäre mit explosiver Dynamik, hier passt alles, warum nicht vorher so?

5.0 Stars (5,0 / 10)

Info: www.solstafir.net