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DEAD HEAVENS: Whatever Witch You Are

( Dine Alone/ Caroline/ Universal) Es gibt Musiker, bei denen man, egal was sie gerade machen, interessiert aufhorcht. Walter Schreifels hat eine Stoner Rock-Platte am Start? Wunderbar, her damit! Denn so ziemlich alles, was Schreifels in den letzten, man muss inzwischen sagen, Jahrzehnten gemacht hat, besaß Relevanz. So auch hier.

Nach dem Feedback-Gezirpe von „Rainbow Of The Ohm Chart“ wälzen sich die lavaartigen Riffs von „Basic Cable“ durch die Wüstenlandschaft und man ist das erste Mal so richtig verzückt, wenn Schreifels´ Stimmlage kurzzetig in die höheren Gefilde auswandert. Dies ist zwar weit vom Spektakel entfernt, besitzt aber eine derart selbstbewusste Stilfestigkeit, dass man sich genüsslich zurücklehnt und freudig abwartet, was da noch so kommen mag.

Und dies ist zunächst einmal eine wilde Garagenrock-Abfahrt: „Away From The Speed“ besitzt einen unaufgeregten Punch, die Gitarren kreiseln und sägen, der Rhythmus wird von Schreifels Gesang durch das Unterholz gehetzt und man ist schon wieder froh, diesmal darüber, dass Schreifels immer noch zupacken kann. Die gemächlich süffige Spritztour von „Bad Luck Child“ zementiert dann weiter den Eindruck, dass Walter Schreifels genau weiß, was er hier tut.

„The Moon Will Listen ( But Not The Sun)“ besitzt in Folge meditative Qualitäten, spätestens hier darf ein jeder sich zu einer tief stehenden Sonne, betrachtet von einem Wüsten-Highway, hinträumen. Keine Eile, nur selbstvergessene Gitarrenläufe und Chimären aus Sonnenstrahlen. Freilich lassen Dead Heavens hier noch einen gewaltigen Feuerregen aus Stakkato-Drumming und schroffem Geriffe folgen, zu viel Beschaulichkeit tut ja auch nicht gut. „Adderall Highway“ gibt sich dann auch sehr selbstbewusst der entfesselten Schussfahrt hin, fein, wie ungebunden und frei das Ganze hier gerät.

„Gold Tooth“, das achtminütige Herzstück der Platte, lehnt sich dagegen satt groovend zurück und hält einen Kurs in abwechslungsreicher Gitarrenarbeit ab, ein wenig weitschweifende Hymnik und ein matter, melodischer Glanz finden ebenfalls Einzug in dieses wuchtige Stück.

Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt auf dieser Platte, dann ist es ihre routinierte Souveränität. Eigentlich nie machen Dead Heavens etwas völlig Unvorhersehbares, sie bleiben immer auf einer geschmackvollen Route, genießen den Habitus des Stoner-Rock. Dies führt zwar zu einem Mangel an Überraschung, gewährleistet aber, dass der Hörer eine genüssliche Abfahrt durch die Standards des Wüsten-Rock nehmen kann.

 

(7 / 10)